Name(n): | Schwarzhörniger Totengräber, Schwarzfühleriger Totengräber |
Wissenschaftlicher Name: | Nicrophorus vespilloides |
Ordnung: | Käfer (Coleoptera) |
Überfamilie: | Polyphaga |
Familie: | Aaskäfer (Silphidae) |
Unterfamilie: | Nicrophorinae |
Gattung: | Totengräber (Nicrophorus) |
- Ein von Milben gepeinigter Schwarzhörniger Totengräber im NSG Oelbachtal am 15. Juli 2017
- Ein von Milben gepeinigter Schwarzhörniger Totengräber im NSG Oelbachtal am 15. Juli 2017
Merkmale
Die Käfer erreichen eine Körperlänge von 12 bis 18 Millimetern. Ihr Körper ist schwarz gefärbt. Die Deckflügel (Elytren) tragen zwei auffällige gelbe bis rotgelbe Bänder mit zickzackförmigem Rand. Diese Bänder sind gelegentlich, insbesondere das weiter hinten gelegene, in zwei Flecken getrennt. Der Halsschild trägt außer an der Vorderseite an allen übrigen Seiten einen breiten, hutkrempenartigen Saum. Die Fühler und auch die Fühlerkeule sind komplett schwarz gefärbt, beim ähnlichen Gemeinen Totengräber (Nicrophorus vespillo) ist das erste Glied der Fühlerkeule hingegen fast immer rot.
Es gibt eine Reihe von Milben (Acari, Acarida), die in Symbiose auf den Flügeldecken, auf dem Kopf, auf der Unterseite oder an den Beinen des Schwarzhörnigen Totengräber leben.
Verbreitung
Die tagaktiven Tiere kommen in Europa und Asien bis in den Hohen Norden vor. Sie sind auf den Britischen Inseln nur stellenweise verbreitet. Man findet sie vom Flachland und der Küste bis in hohe Berglagen.
Habitat
Man trifft den Schwarzhöckerigen Totengräber nahe der Wälder und in Laubmisch-Wäldern an, auch wird offenes Land aufgesucht.
Nahrung
Sie sind an verrottendem Pflanzenmaterial, Kadavern und auch an Pilzen zu finden.
Fortpflanzung & Entwicklung
Der tagaktive Schwarzhörnige Totengräber hat einen sehr feinen Geruchssinn und wittert auf weite Entfernung schon tote Tiere, wie Maulwürfe, Mäuse, Vögel und dergleichen. Er fliegt ihnen mit einem starken schnarrenden Ton zu und gräbt sie in einer sehr kurzen Zeit in die Erde, um darin seine Eier abzulegen und um eine größere Sicherheit für die Eier zu gewährleisten.
Im Frühjahr und im Sommer verpaaren sich die Geschlechter. Die Olfaktorische Orientierung erfolgt durch das abgesonderte Pheromon des Männchens, genannt etyl-4-metylheptanoat, um die Weibchen anzulocken. Nach der Paarung suchen das Weibchen und das Männchen verwesende tierische Substanzen auf, die in kurzer Zeit in die Erde vergraben werden. Dabei legen beide Geschlechter für die Eier mehrere Kammern an. Danach legt das Weibchen die Eier ab. Die Eier sind weiß und haben eine ovale Form. Diese Art weist eine hoch entwickelte Brutpflege auf und beide Geschlechter beteiligen sich daran, indem sie die Eier beschützen. Nach dem Schlupf sind die Larven etwa 1,0 Zentimeter lang und weisen eine gelblich-weiße Färbung auf. Ferner zeigt sich ein schuppig orangefarbener Schild und in der Mitte ist der Körper etwas schraffiert. Die Larven haben an den Mandibeln kein Retinaculum und keine Mahlfläche, die Mandibeln sind schmäler, an der Spitze schief abgestutzt, fast zweispitzig und gesägt. Beide Geschlechter beschützen die Larven und sorgen für genügend Nahrung bis sie in der Lage sind, sich selbst zu ernähren, in der Regel sind es etwa fünf Stunden. Jede dieser Larven bildet für sich einen gelblich gefärbten Kokon in der Erde und überwintert. Nach etwa drei Wochen schlüpfen sie als fertige Käfer aus den Puppen.
Mein Erlebnis mit diesem Tier
Wie aus dem nichts saß plötzlich dieser Käfer auf einem Blatt … Ich konnte spontan gar nicht erkennen, um was für einen Käfer es sich handelt, denn dieser arme Krabbelmann war restlos mit Milben besetzt, die im arg zusetzten … Er versuchte verzweifelt, die Milben abzustreifen … Offensichtlich hatte er Schmerzen dabei … Du liebe Güte, tat mir dieses Tier leid … Ich hätte am liebsten versucht, ihm zu helfen … Bei dem Gedanken, wie ich das am besten machen sollte, ist er dann aber in die hinteren Büsche geflogen und wart nie mehr gesehen … Traurige Sache …